Aktion Stolpersteine
Aktion Stolpersteine
SPD dankt Ratsherrn Gerhard Kastein
Lingen.- Im Anschluss an einen Vortrag des Künstlers Gunter Demnig aus Köln, der am Nachmittag des letzten Donnerstags 12 so genannte Stolpersteine zur Erinnerung an ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Lingener Innenstadt verlegt hatte, dankte SPD-Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn seinem Ratskollegen Gerhard Kastein für dessen vorbildliches Engagement.

Mit seinen Stolpersteinen erinnert Demnig in mittlerweile mehr als 70 Städten an Opfer des Nationalsozialismus, z. B. Juden, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Euthanasie-Opfer, Zeugen Jehovas, Roma und Sinti, in Lingen an die früheren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wiedorn erklärte: Lingen hätte eine der ersten Städte in Deutschland sein können, in der Stolpersteine verlegt werden, wenn die Mehrheitsfraktion den entsprechenden Antrag der SPD vor einigen Jahren im Kulturausschuss nicht abgelehnt hätte. Die CDU war damals der Ansicht, Lingen habe genug getan, eine Gedenkstätte reicht! An Kastein gewandt sagte Wiedorn weiter Du hast Dich durch diesen Misserfolg nicht entmutigen lassen und selbst die Initiative ergriffen. Und so ist es gelungen, durch deinen unermüdlichen Einsatz und das Einwerben von Spenden von vielen Einzelpersonen die Aktion Stolpersteine doch noch zu realisieren. Dafür gilt Dir persönlich großer Dank!

Erfreulich sei es, erklärt Wiedorn weiter, dass bei der ersten Verlegung von Stolpersteinen in Lingen auch viele Vertreter und Vertreterinnen der Mehrheitsfraktion, die dieser Aktion seinerzeit ablehnend gegenüber gestanden haben, nun als Zuschauer anwesend waren. Und erfreulich sei auch, dass Oberbürgermeister Heiner Pott, der außer der Tatsache dass er die Aktion nicht behinderte, keinen Beitrag geleistet hat, nun lobende Worte für Kastein gefunden habe. Besonders hervorzuheben sei auch das Interesse einer Schulklasse des Gymnasiums Georgianum mit ihrem Lehrer Matthias Strauß. Es sei wichtig die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte besonders bei Jugendlichen wach zu halten, denn was vergessen wird geschieht aufs Neue erklärte Wiedorn weiter.

Die SPD beabsichtigt unter Federführung von Gerhard Kastein in weiteren Schritten Stolpersteine in Lingen verlegen zu lassen, solange bis alle 46 früheren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ihren Stein haben.
Wer sich mit einer Spende (ein Stein kostet 95 , aber auch kleinere Beträge sind willkommen) kann diese auf ein Sonderkonto von Gerhard Kastein (Konto-Nr. 144 609 9800, Volksbank Lingen, Bankleitzahl 266 600 60) mit dem Zusatz Stolperstein" einzahlen.

alle Fotos: Thomas Pertz, Lingener Tagespost














