StartBundespräsident Köhler ehrt Gunter Demnig

Bundespräsident Köhler ehrt Gunter Demnig

05. Oktober 2005 0 Kommentare

Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler hat mit Schreiben vom 28. August 2005 dem Kölner Künstler Gunter Demnig mitgeteilt, dass ihm der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Orangerie des Schlosses Berlin-Charlottenburg verliehen werden soll. Dies ist am 4. Oktober erfolgt.

Stein

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lingen (Ems) gratuliert Gunter Demnig für diese Auszeichnung herzlich. Demnig hat in den vergangenen Jahren vor den Häusern von Deportierten und
Ermordeten während der Nazizeit in über hundert deutschen Städten und Gemeinden viele tausend Stolpersteine verlegt, darunter auch im April diesen Jahres zwölf Steine in Lingen
(Ems). Das Geheimnis der Erinnerung ist die Nähe des Ortes, an dem das Unfassbare geschah.
Jeder Stolperstein kann zum Zeichen gegen das Vergessen der Opfer und ihrer Namen werden.
Die CDU im Lingener Stadtrat hat noch im Jahr 2002 die Verlegung von Stolpersteinen im öffentlichen Bereich unterbunden. Gründe im Kulturausschuss: „wir haben in einem Ort der Größenordnung Lingens schon ausreichend Gedenkorte“. Dies sieht Präsident Köhler allerdings anders, durch das Verleihen des Preises für den Künstler und dessen Erinnerungsarbeit.
In der Erklärung des Bundespräsidialamtes am 4. Oktober 2005 zur Verleihung wird zu Demnig ausgeführt „Seit über zwanzig Jahren weist der Künstler mit vielfältigen Aktionen und Projekten vor allem auf die Opfer des NS-Regimes hin. Die "Stolpersteine" sind sein bekanntestes Projekt: Pflastersteingroße Betonquader, abgeschlossen von Messingplatten mit dem Schriftzug "Hier wohnte" sowie dem Namen, dem Geburtsjahr und dem Datum der Deportation, sind mittlerweile zu Tausenden in die Bürgersteige direkt vor den Haustüren der letzten Wohnung der Betreffenden eingelassen worden. Die "blinkenden Erinnerungen" geben den Opfern ihren Namen zurück und zeigen - für viele verstörend -, dass Geschichte auch im eigenen Haus und in der unmittelbaren Nachbarschaft geschieht.“
Die SPD-Fraktion sieht sich durch diese präsidiale Aktion bestärkt, auch künftig in Lingen weitere Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegen zu lassen.





 

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