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Dunkle Flecken auf der Planungs-Weste

Bausuenden

Als Start seines besonderen Stadtrundganges hatte Hajo Wiedorn (Zweiter von rechts) das Gebäude des „Medikus Wesken“ als Beispiel für Planungsmängel ausgewählt. Foto: privat

13. Juli 2010 0 Kommentare

LT vom 13.07.10: mb Lingen.

„Städtebauliche Fehlleistungen, Planungsmängel und Bausünden“ – unter diesem Titel hatte die Lingener SPD-Stadtratsfraktion zu einem ganz besonderen Stadtrundgang geladen, und überraschend viele Lingener wollten sich diesen Blick auf die dunklen Flecken in der Lingener (Bauplanungs-)Weste nicht entgehen lassen.Geleitet wurde der Stadtrundgang von Hajo Wiedorn, Vorsitzendem der SPD-Fraktion im Lingener Stadtrat.

Wiedorn hatte sich den Start der Aktion an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Ring/ Neuer Hafen ausgewählt. Hier konnte der stellvertretende Vorsitzende des städtischen Planungs- und Bauausschusses nach der Begrüßung genüsslich „aus dem Nähkästchen“ plaudern und dabei auf offenkundige Mängel am Baukomplex „Medikus Wesken“ verweisen.

Es sei zwar nicht alles schlecht, aber die Mängel müssten doch als eklatant bezeichnet werden, betonte er. So sei der den Zugang zur Innenstadt dominierende Bau ohne Bebauungsplan errichtet worden. Von einer Anpassung an die vorhandene Bebauung könne nicht gesprochen werden, im Gegenteil, es sei ein Kontrastprogramm entstanden.

Nicht eingehalten

Als ganz schwere Mängel müssten die nicht eingehaltene Vereinbarung mit den Nachbarn (Höhe überschritten) und die Tatsache gewertet werden, dass das Gebäude etwa einen Meter zu weit im Straßenraum des Konrad-Adenauer-Ringes stehe (die LT berichtete).

Von hier aus ging es in die Mühlentorstraße. Das dortige Gebäude Nr. 15 wäre bei den laufenden Bauvorhaben sicher verschwunden, obwohl es in die Liste der Baudenkmale aufgenommen sei, meinte Wiedorn. Nur massive Einwände hätten die Erhaltung gesichert.

An der Ecke zur Kivelingsstraße setze der wuchtige Baukomplex eines Geschäftshauses zu der früheren Bebauung kontrastierende Akzente, aber mit einem endgültigen Urteil müsse bis zur Fertigstellung gewartet werden, war der Tenor.

Weiter ging es zum Universitätsplatz, wo das seit 2003 in der Planung stehende Bauvorhaben Diekamp zu Kritik und Befürchtungen Anlass gab. Das gelte auch für den Umbau des früheren „Hotels „Zur Post“ in der Marienstraße, das nicht „in den Grundlinien“ erhalten, sondern offensichtlich völlig umgestaltet werde.

Die gelungene Neugestaltung der Stadtgrabenpromenade zeige Mängel in der Ausführung, denn hineinfallendes Laub behindere den Wasserkreislauf, was zu Schäden führen könne, hieß es beim weiteren Rundgang. Als „krönenden Abschluss“ hatte sich Wiedorn den Bahnhof ausgewählt, dessen Bahnstein 1 durch Stufen geradezu als „behindertenfeindlich“ bezeichnet werden müsse. Und wie bestellt funktionierte der Fahrstuhl zum Bahnsteig 2 wieder nicht, sodass eine oben wartende Mutter mit Kinderwagen nur durch kräftige Hilfe aus ihrer misslichen Lage befreit werden konnte.


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